Infos zum Ausbruch des Equinen Herpesvirus in Valencia – FN sagt bundesweit alle Pferdesport- und Zuchtveranstaltungen bis 28. März ab

Warendorf (fn-press). Der Ausbruch des Equinen Herpesvirus (EHV-1) beim spanischen Reitturnier CES Valencia zieht weitreichende Konsequenzen nach sich. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat in den vergangenen Tagen alle deutschen Teilnehmer des Turniers kontaktiert und darüber aufgeklärt, welche Infektionsschutzmaßnahmen auf der Heimreise sowie nach der Reiserückkehr zu beachten sind. Leider steht auch fest, dass nach aktuellem Stand vier deutsche Pferde dem Virus zum Opfer gefallen sind. Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, hat der Weltreiterverband FEI fast alle internationalen Turniere in zehn europäischen Ländern bis einschließlich 28. März 2021 abgesagt und empfiehlt den nationalen Verbänden, auch alle weiteren Turniere abzusagen. Dies setzt die FN nun um.

 

Nationale Veranstaltungen: In Abstimmung mit den Landespferdesportverbänden werden in Deutschland ab sofort alle nationalen Pferdesport-Veranstaltungen bis einschließlich 28. März 2021 abgesagt. Darüber hinaus schließt das DOKR den Bundesstützpunkt in Warendorf für externe Pferde und sagt alle zentralen und dezentralen Sichtungslehrgänge sowie das HGW-Bundesnachwuchschampionat der Springreiter ab. In Abstimmung mit den Zuchtverbänden werden auch die im März anstehenden Sportprüfungen für Hengste und Körungen verschoben. Die FN sowie ihre Mitglieds- und Anschlussverbände empfehlen dringend, alle sonstigen Veranstaltungen, bei denen Pferde aus verschiedenen Beständen zusammenkommen, abzusagen. Laufende Veranstaltungen sollen gestoppt werden. Diese Maßnahmen sind erforderlich, um einer Ausbreitung des Virus vorzubeugen. Das Training im heimischen Verein oder Betrieb ist davon ausgenommen, auch wenn dazu das Pferd transportiert werden muss.

 

Internationale Turniere: Die FEI spricht bei dem Ausbruch in Valencia von dem schlimmsten und aggressivsten EHV-Ausbruch der vergangenen Jahrzehnte. Um die weitere Verbreitung des Virus zu verhindern, hat der Weltreiterverband vorsorglich die allermeisten internationalen Turniere in Frankreich, Spanien, Portugal, Belgien, Italien, Österreich, Polen, den Niederlanden, Deutschland und der Slowakei bis einschließlich 28. März 2021 abgesagt. Mehrwöchige Touren in Vejer de la Frontera (ESP), Vilamoura (POR), San Giovanni in Marignano (ITA) und Gorla Minore (ITA), zu denen die Reiter und Pferde bereits angereist sind, sollen jedoch weiter stattfinden. Allerdings unter strengsten Infektionsschutzmaßnahmen. Die Fortführung dieser Turniere dient dazu, große Rückreise-Wellen zu verhindern. Es dürfen jedoch keine neuen Pferde anreisen. Abreisen dürfen weiterhin nur Pferde, die keine Symptome vorweisen und für die ein Gesundheitszertifikat der örtlichen Veterinärbehörde ausgestellt wurde. Zudem müssen diese Pferde im Heimatstall separiert werden. Die FN rät allen Reiserückkehrern, Kontakt zu ihrem zuständigen Amtsveterinär aufzunehmen, um weitere Infektionsschutzmaßnahmen abzustimmen.

 

Rückblick: Bereits in der vergangenen Woche haben Weltreiterverband und FN alle Pferde, die seit dem 1. Februar an Turnieren in Valencia teilgenommen haben, für weitere Turnierteilnahmen gesperrt. Erst wenn diese Pferde auf das EHV-1 getestet wurden und das Testergebnis negativ ausgefallen ist, dürfen diese Pferde wieder an Turnieren teilnehmen. Die Besitzer der Pferde müssen der FEI sowie der FN die Untersuchungsergebnisse vorlegen, um wieder eine Startberechtigung für diese Pferde zu erhalten. Diese Sperre gilt ausschließlich für die betroffenen Pferde, nicht jedoch für die Reiter, die mit anderen Pferde weiterhin an Turnieren teilnehmen könnten. Gleichwohl hat die FN sie darauf hingewiesen, dass, so lange die Situation im Heimatbetrieb in Bezug auf das Vorkommen des Equinen Herpesvirus nicht geklärt ist beziehungsweise als unbedenklich eingestuft wurde, auch von Turnierstarts mit weiteren Pferden, die nicht in Valencia waren, abgesehen werden sollte.

 

Bisherige Maßnahmen: Pferde, die in Valencia keine Symptome einer Erkrankung, wie etwa Fieber, zeigten, durften das Turniergelände verlassen und nach Hause gebracht werden. Da das Equine Herpesvirus in Deutschland nicht anzeige- oder meldepflichtig ist, gibt es dazu keine seuchenrechtlichen Vorgaben der Veterinärbehörden. Die FN hat die betroffenen Reiter dennoch zu erhöhter Vorsicht aufgerufen und über erforderliche Hygienemaßnahmen aufgeklärt. Dazu zählt, dass die Pferde bei einer möglichen Einstallung auf der Heimreise und bei der Ankunft im heimischen Stall vorsichtshalber von anderen Pferden zu separieren sowie weitere Hygienemaßnahmen gemäß FN-Hygieneleitfaden zu ergreifen sind. Diese Informationen ergingen zunächst an die deutschen Teilnehmer der Turniere in Valencia, Oliva und Vejer. Derzeit werden auch die in Deutschland beheimateten ausländischen Reiter, die in Spanien sind bzw. waren, identifiziert und benachrichtigt. Wichtig für alle Reiserückkehrer ist ebenfalls, dass sie ihre Pferde gut beobachten und regelmäßig Fieber messen, um mögliche Symptome schnell erkennen und behandeln zu können.

 

Informationen zum Equinen Herpesvirus: Da das EHV-1 in Deutschland nicht anzeige- oder meldepflichtig ist, gibt es keinen exakten Überblick darüber, wo es derzeit Ausbrüche gibt. Nach aktueller Kenntnis der FN sind aktuell vor allem die Turnierställe derjenigen Reiter betroffen, die in Valencia waren, nicht jedoch eine große Zahl von Vereinen und Betrieben im Freizeit- bzw. Amateurbereich. Fakt ist, dass es unabhängig von den Vorkommnissen in Valencia in den Wintermonaten regelmäßig zu Herpes-Fällen kommt, da das Virus in der Pferdepopulation weit verbreitet ist. Wichtig ist deshalb immer, unabhängig von dem aktuellen Ausbruchgeschehen, bestimmte Hygieneregeln im Pferdestall einzuhalten. Hilfreich ist dabei, dass derzeit aufgrund des Corona-Lockdowns ohnehin in den Pferdeställen besondere Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen eingehalten werden müssen. Darüber hinaus sollten in jedem Stall in Bezug auf die Pferde folgende Punkte immer beachtet werden:

 

Equine Herpesvirusinfektionen verursachen keine auf Menschen übertragbaren Krankheiten. Bis zu 80 Prozent aller Pferde tragen das Virus in sich. Häufig verläuft die Infektion symptomlos. Einmal infizierte Pferde tragen das Virus aber quasi unsichtbar (,latent’) weiter in sich und es besteht keine Möglichkeit, diese Pferde wieder Herpesvirus-frei zu bekommen. Ausbrüche des Virus zeigen sich meistens in Form eines fiebrigen Infekts der oberen Atemwege (sog. Respiratorische Form). Nicht selten laufen diese Infekte unbemerkt ab. Besonders gefürchtet ist jedoch die seltene, neurologische Ausprägung der Erkrankung, die über Bewegungsstörungen (Ataxie) zum Festliegen und damit häufig zum Tod des Pferdes führen kann. Der Spätabort bei tragenden Stuten ist eine weitere von Züchtern gefürchtete Ausprägungsform der Viruserkrankung. jbc

Jolie Marie Kühner (11) von der Reitakademie München heißt die Gewinnerin des Bundes-Nachwuchschampionates der Ponyspringreiter 2021, das am vergangenen Wochenende auf dem Hofgut Kranichstein in Darmstadt ausgetragen wurde.

Im Finale der besten fünf Teilnehmerinnen pilotierte die Tochter von Springreiter Max Kühner den Pony-Schimmelhengst Del Piero (v. Dexter Leam Pondi) couragiert durch den Final-Parcours. Als zudem jüngste Teilnehmerin beeindruckte Jolie mit stilistisch feinen, fehlerfreien Runden im Finale mit zwei Umläufen und gewann das Championat mit einer Gesamtwertnote von 17,8. Die Silbermedaille erritt die Westfälin Helena Becker (RFV Albersloh) mit Christoph Columbus (Wertnote 17,7), Bronze holte die Hessin Theresa Hildebrandt (Wetterauer RV Friedberg) mit Benjamin (Wertnote 17,1).

Nach dem ersten Final-Umlauf mit 22 Teilnehmern lagen die fünf besten Reiterinnen des Stilspringens eng beisammen – in der Wertnote nicht mal einem Springfehler entsprechend. Bis zu Jolies Ritt führte die Westfälin Helena Becker (RV Albersloh). Mit ihrem Sieg in der Einlaufprüfung am Vortag wurde die fein reitende Tochter von Bundestrainer </strong><strong>Otto Becker als Favoritin gehandelt.

Doch „abgerechnet wird zum Schluss“, wie eine Ponykind-Mutter bemerkte – sie sollte recht behalten: Denn im ersten Final-Umlauf unterlief Becker am letzten Sprung ein Fehler – Wertnote nach Abzug „nur“ 8,5. Im zweiten Umlauf legte sie fehlerlos mit einer 9,2 im zweiten Umlauf eine Traumnote vor. Aber Jolie Kühner blieb cool und konterte wie ein Profi: Fehlerfrei und stilistisch top reitend. Das bedeutete den Sieg – mit einem Zehntel Vorsprung in der Gesamt-Wertnote.

Zuvor hatte der einem Bundes-Nachwuchschampionat gerecht werdende Final-Parcours auf M-Niveau die 22 Reiterinnen und Reiter im ersten Umlauf des Finales gefordert. Das dreiköpfige Richtergremium um Sprecher Klaus Blässing achtete betont auf Details bei der Wertnotenvergabe für den Stil der Reiterinnen und Reiter, um das Feld auf dem hohen Niveau in der Spitze zu rangieren.

Zum Finale waren 25 Reiter-Pony-Paare aus ganz Deutschland nach Südhessen aufs landgräfliche Hofgut angereist. Hier konnte das Veranstalter-Team von „Kranichstein-Events“ um Andreas Wendenburg und Stefan Schäfer aufgrund des genehmigten Hygienekonzeptes auch diese Sport-Bundesveranstaltung im Rahmen seines „Kranichstein Indoors – Youth Meeting“ durchführen.

Dem Finale der von der „Horst-Gebers-Stiftung“ unterstützten bundesweiten Nachwuchsförderung waren 5 Sichtungstermine der unter 16-jährigen Pony-Springreiter in Deutschland vorangegangen, unter der Leitung ihres Bundestrainers Karl Brocks. Die Prüfungen im Finale – eine Einlaufprüfung am Vortag und das Finale mit zwei Umläufen – wurden als Stilspringen ausgetragen. In den zweiten Final-Umlauf kamen 2021 die besten fünf Paare des ersten Umlaufes.

Pressekontakt für Kranichstein-Events: Jan Reumann 0163 / 50 99999

 

Darmstadt/Pfungstadt – 13./16.Febr.2021

Johannes Brodhecker heißt der Gewinner des Förderpreises der „Dieter-Hofmann-Stiftung“ 2020.  Im Serien-Finale der renommierten Jugend-Springsportförderung, das am vergangenen Samstag im Rahmen des „Kranichstein Indoors Youth Meeting“ auf dem Hofgut Kranichstein in Darmstadt nun für 2020 ausgetragen wurde, siegte der 21-jährige Reiter vom RFV Wolfskehlen mit seinem Westfalen-Wallach Quashquai (v. Quidam’s Rubin), vor Elias Hohler (RFV Viernheim) mit Winningmoon, Eva Kunkel (RFV Ronneburger Hügelland) mit Cobuss sowie Vorjahressiegerin Riana Eisenmenger (RFV Niederzeuzheim) mit DSP Coralie.

Der besondere Modus im abschließenden Finalteil – der Pferdewechsel der vier besten Reiterinnen und Reiter – sollte erneut den Ausschlag für den Sieg in diesem M**-Stilspringen um den DHS-Förderpreis für den hessischen Springreiternachwuchs geben. Vier Qualifikationsturniere gab es dazu in 2020.  Bereits 2017 hatte Johannes Brodhecker, jüngster Sohn einer bekannten Reiterfamilie, das Finale der Dieter-Hofmann-Stiftung einmal erreicht. Diesmal gelang ihm der Sprung ganz oben aufs Treppchen – dank seines eigenen Könnens und der Eigenheit seines Pferdes. Und des Losglücks:

Denn Brodhecker zog beim Pferdewechsel mit dem hochveranlagten Pferd der Finalistin Eva Kunkel das ganz große Los. Er ritt Kunkels Wallach besser durch den Springparcours als seinen eigenen – und das nicht nur gut, sondern hervorragend. Der Hesse fand sich auf Anhieb mit dem Holsteiner zurecht, die beiden meisterten den Parcours in bester Manier. Das war dem Richtergremium ein „Sehr gut“ wert (9,2). Zusammengerechnet mit der Wertnote 8,5 für die Vorstellung im Sattel seines eigenen Pferdes bedeutete das den Sieg für Brodhecker. Und einen Scheck über EUR 3.000,- .

Im Gegenzug sollte sich Brodheckers Pferd, der quirlige 14-jährige Quashquai, beim Wechsel im Finale zu seiner „neuen“ Reiterin für diese als Prüfung erweisen: Für die erst 14-jährige Eva Kunkel – die Jüngste im Finale – war der Westfalen-Wallach an diesem Tag eine Herausforderung. Am Ende reichte es für ein knappes „Gut“ (7,2), was zusammen mit der formidablen Vorstellung ihres eigenen Pferdes (9,2) zu Bronze für Kunkel reichte. Platz Vier ging an Vorjahressiegerin Riana Eisenmenger, die mit dem Pferd Winningmoon von Elias Hohler am Ende wenig Chancen auf den Sieg hatte.

Vor dem Finale war Kunkel als Favoritin gehandelt worden, führte die Schülerin von Andreas Wendenburg nach vier Qualifikationen die Rangliste an und gewann noch in Darmstadt die letzte Wertungsprüfung zum Förderpreis. Der Grund für den Erfolg: Mit ihren 14 Jahren sitzt die Langenselbolderin bereits seit 10 Jahren im Sattel. Sie war hessische Landesmeisterin der Ponyspringreiter und Mitglied im Bundes-Nachwuchskader. Letztes Jahr erfolgte der Wechsel ins Juniorenlager. Dabei gelang ihr gleich der Sprung ins Finale der „Dieter-Hofmann-Stiftung“.
Auf Platz Zwei mit der kombinierten Wertnote 17,0 der 17-jährige Elias Hohler aus Viernheim. Auch er erreichte erstmals das Finale und machte nachdrücklich auf sich aufmerksam, wie fein er sowohl sein eigenes als auch das Pferd DSP Coralie von Eisenmenger vorstellte.

„Genau solche jungen Talente zu finden und zu fördern, das ist unser Ziel und freut uns.“ zeigte sich Daniel Kircher begeistert, Stiftungsvorstand der Dieter-Hofmann-Stiftung.

Pressekontakt: Jan Reumann – 0163 / 50 99999 – info@opremium-images.de

 

 

 

Zum Saisonstart in Kranichstein kommt auch Olympiasiegerin Dorothee Schneider / Platz zwei für Claudia Feldmann

Von Udo Döring

DARMSTADT. Die Wettkampfpause war kurz – wenn man in Corona-Maßstäben und an andere Sportarten denkt. Sechs Wochen, nachdem der zweite Lockdown für die einzige Absage gesorgt hatte, nahm der Turnierbetrieb auf dem Hofgut Kranichstein wieder Fahrt auf. „Wir haben enormen Zuspruch. Die Reiter scheinen richtig ausgehungert zu sein“, erklärte Stefan Schäfer, der diesem Drang mit Turnieren im Wochenrhythmus gerecht werden will. Wegen des ebenso spürbaren Argwohns betont Andreas Wendenburg als Mitverantwortlicher, dass weiterhin nur Berufs- und Kaderreiter ins Viereck dürfen. Anders als in vielen anderen Bundesländern lassen Hessens Corona-Regeln Turniere dieser Art zu.

Zu den Regeln gehört auch: keine Zuschauer und nur ein Begleiter pro Teilnehmer. So verliert sich ein Dutzend Personen – inklusive Wertungsrichter und Reiter – in der gut 1500 Quadratmeter großen Halle des Hofguts. Da reitet selbst eine Olympiasiegerin vor leeren Tribünen. Was für Dorothee Schneider derzeit normal ist, beim Weltcup eine Woche zuvor in Salzburg war es nicht anders. „Ich komme einfach gerne nach Darmstadt. Ich finde es schön, dass wir hier die Möglichkeit bekommen, die Pferde zu präsentieren.“ Diese Möglichkeiten sind derzeit rar, zudem war eine S* Dressur mit Trense im Angebot. „Ich nutze solche Prüfungen gerne, denn ich bin jemand, der auch gerne auf Trense ausbildet“, erklärte die Mannschafts-Olympiasiegerin, die auf „Heideblüte“ mit 70,721 Prozentpunkten einen für sie eher ungewohnten zweiten Platz hinter Hendrick Lochthowe (RFV Griedel/72,342) belegte. „Es war seine erste S*-Prüfung und er hat sich ein bisschen viel ablenken lassen“, beschrieb Schneider den Lernprozess des jungen Wallachs. „Ich hatte mir diese Prüfung aber auch gewünscht, weil es eine gute Gelegenheit ist, junge Pferde an S-Niveau heranzuführen.“

Diese  Gelegenheit nutzte auch Jennifer Buda für „Don Diegos“ Debüt auf S-Niveau. „Ich bin sehr zufrieden, er hat  ja gerade erst das Mindestalter dafür erreicht und war eines der jüngsten Pferde in der Prüfung“, erklärte die für den RFV Trebur reitende Wallerstädterin und zeigte sich auch nachsichtig mit einer außerplanmäßigen Sprungeinlage ihres sieben Jahre alten Wallachs: „In dem Moment dachte ich: Das darf doch nicht wahr sein. Bis dahin lief er so schön“. Reiterin und Pferd fanden schnell zur Konzentration zurück. Aber bei einer Endnote von 64,820 fehlten eben die Prozentpunkte, um sich im dichten Mittelfeld der 67er-Noten einzusortieren.

Besser lief es für Claudia Feldmann, die auf ihrer „Betty Barclay“ mit 68,509 Prozentpunkten in der S**-Prüfung zum Abschluss des  Dressurtags (zwei Springtage folgten noch) nur hinter Eyal Zlatin (RFV Griedel/70,263) auf „Rockmusik“ lag. Die Reiterin des RFV Griesheim nutzte den Saisonauftakt in Heimatnähe gerne, um mehrere Pferde die erste Wettkampfluft des Jahres schnuppern zu lassen. Schon in vier Wochen gibt es für die Dressurreiter die nächste Gelegenheit. Was Dorothee Schneider ein bisschen in die Zwickmühle bringt. „Leider ist am gleichen Wochenende ein Weltcup in Doha. Dort herrschen beste Bedingungen, und anders als in den vergangenen Jahren hätte ich auch ein passendes Pferd“. Mit dem sie sich zudem für Olympia empfehlen will, auch wenn sie die Aussichten eher verhalten bewertet: „Wenn die Spiele aus gesundheitlichen Gründen für uns alles ausfallen müssen, dann ist das halt so. Wenn es nur so eine halbe Sache wird, sollte man es besser bleiben

lassen“. Sollte wiederum die Reise nach Doha auch logistisch zu aufwendig werden, reitet sie gerne wieder in Darmstadt – auch vor leeren Rängen.

 

KRANICHSTEIN EVENTS setzt Turniere fort

Darmstadt, 07. Januar 2021

Nach einer kurzen gut 4-wöchigen Turnierpause beginnen die Veranstalter in Darmstadt-Kranichstein wieder mit dem Turnierbetrieb.

Vom 29.-31.Januar findet gleich ein dreitägiges Turnier statt. Dabei kommen am ersten Turniertag die Dressurreiter zum Zuge mit Prüfungen für junge Dressurpferde bis hin zu einer Drei-Sterne-Prüfung einer Intermediare II. An den beiden darauffolgenden Tagen geht es dann für die Springreiter los mit Springpferdeprüfungen Klasse A* bis L und Springen der Klassen A** bis M**.

Gleich eine Woche später, am 05. und 06.Februar 2021 folgt ein weiteres zweitägiges Springturnier, bevor dann vom 12.-14.Februar 2021 das im Dezember ausgefallene Turnier für U25-Reiter, mit dem Finale zum Preis der Dieter Hofmann-Stiftung und dem Finale zum Bundesnachwuchschampionat der Ponyspringreiter –gefördert durch die Horst Gebers-Stiftung, nachgeholt wird.

Ein weiteres zweitägiges Springturnierfolgt am 20. bis 21. Februar 2021, bevor dann am letzten Februarwochenende noch einmal die Dressurreiter zum Zuge kommen mit Prüfungen der 3-Sterne Kategorie, unter anderem als Finale einem Grand Prix de Dressage.

Zunächst erschließt sich der Teilnehmerkreis weiterhin nur auf Berufs- und Kaderreiter. Zuschauer sind aufgrund der aktuell herrschenden Corona Lage nicht zugelassen. Die Veranstalter setzen auf ihr bewährtes Hygienekonzept, um so allen behördlichen Anforderungen zu genügen.

Alle Turniertermine, Informationen und Ausschreibungen sind unter www.turnierbuero-schaefer.de  und www.kranichstein-events.de zu finden.

PRESSEMITTEILUNG – KRANICHSTEIN EVENTS Andreas Wendenburg & Stefan Schäfer GbR

ABSAGE Kranichstein Xmas Indoors 2020 Reitturnier

Darmstadt, 14. Dezember 2020

Das Jugendkader-Springreitturnier „Kranichstein Xmas Indoors“ vom 18. bis 20. Dezember 2020 auf dem Darmstädter Hofgut Kranichstein wird abgesagt. Dies wurde vom Veranstalter-Team „Kranichstein Events“ zusammen mit dem Hauptsponsor, der „Dieter-Hofmann-Stiftung“, angesichts der aktuellen Lage entschieden.

„Es wäre aus unserer Sicht nicht das richtige Signal, beim anstehenden Lockdown weiter zu machen – auch wenn es möglich gewesen wäre.“ so die Turnierchefs Andreas Wendenburg und Stefan Schäfer.

Der Veranstalter und der Sponsor – der den Jugendsport fördert – sehen sich gegenüber den Teilnehmern, Pflegern und Helfern in einer besonderen Verantwortung.

In Hoffnung auf bessere Zeiten wird ein Turnier mit identischer Ausschreibung für Februar 2021 geplant.

 

Weitere Informationen unter: www.kranichstein-events.de

Nun hat es auch Michael Jung auf das Hofgut Kranichstein gelockt. Der dreifache Olympiasieger, zweifache Weltmeister und sechsfache Europameister in der Vielseitigkeit misst sich auch gerne mit den Spezialisten im Springparcours. „Durch Corona sind ja viele Turniere ausgefallen. Daher sucht man, wo man überhaupt hinkann, um seine Pferde im Training zu halten und weiter auszubilden“ nannte der 38-Jährige einen Grund, warum er erstmals den Weg nach Darmstadt fand. Es war aber auch die Qualität der Turniere in Darmstadt, die sich bis in seine Heimat rumgesprochen hatte, und die sich auch ihm bestätigten. „Es hat mir sehr, sehr gut gefallen, Organisation, Böden und Parcours waren perfekt“ sagte Jung nach seinem Gastspiel bei den „Kranichstein Indoors IV“, dem vierten Hallenreitturnier im Corona-Modus. Wegen der verschärften Vorschriften war das Turnier, wie auch die folgenden, nur für Berufs- und Kaderreiter ausgeschrieben. Zuschauer hatten keinen Zutritt zum Veranstaltungsgelände. Das Hauptspringen, ein Springen der Klasse S*, am Samstag konnte der Mannheimer Armin Schäfer junior mit seinem Schimmel „Manhattan Blue“ (0 Fehler/58,31 Sekunden) vor Michael Jung (RV Altheim) mit Chassandra (0/60,32 Sekunden) für sich entscheiden.

Das abschließende Zweiphasen Springen der Klasse S* am Sonntag gewann Sven Fehnl (RFV Hahnbach) auf „Chacco´s Boy“, hier belegte Schäfer die Plätze drei und vier. Zu den erfolgreichsten Reitern gehörte auch wieder die 13 Jahre alte Naomi Himmelreich (PSV Kördorf) mit mehreren Siegen und Platzierungen in L- und M*-Springen. Auch der heimische Horst-Klaus Heleine (Waldenserhof Ober-Ramstadt) konnte mit seinen Pferden „Donna“ und „Captain Jack“ einige vordere Schleifen holen.

Bereits am nächsten Wochenende geht es weiter auf dem Hofgut Kranichstein mit den „Indoors V“, dann mit Prüfungen für junge Pferde und am Samstag zum Abschluss einem S*-Springen.

Das Hofgut Kranichstein bleibt im Turniermodus

Der Sport in Südhessen ruhte schon weitestgehend, in Kranichstein wurde aber geritten. Beim Turnier auf dem Hofgut zeigte die 13 Jahre alte Naomi Himmelreich mit sechs Siegen ihre Klasse.

Die Jüngste und die Schnellste im abschließenden M-Springen in Kranichstein: die 13 Jahre alte Naomi Himmelreich vom PSV Kördorf auf „Cordetto“.

DARMSTADT– „Man muss positiv denken, alles andere sehen wir dann.“ Stefan Schäfer denkt nicht nur so, er handelt als Turnierveranstalter auch entsprechend. So waren es wieder die Reiter, die für Wettkampfbetrieb sorgten an einem Wochenende, an dem der Sport in Südhessen schon vor dem offiziellen Beginn weitestgehend in den Lockdown gegangen war. An jenem Ort, der im Mai auch Schauplatz der ersten Sportveranstaltung nach der ersten Corona-Zwangspause war. Anders als bei den vielen Freiluftturnieren im Sommer sind auf dem Hofgut Kranichstein aber keine Zuschauer mehr zugelassen, seit in der Halle um Siege geritten wird.

„Indoors III“ nannte sich Teil drei einer Turnierserie, die vor allem jungen Pferden und Reitern eine Wettkampfplattform bieten sollte und auch zur Sichtung für Bundeschampionate diente. Was Naomi Himmelreich eindrucksvoll nutzte. Mit sechs Siegen in drei Tagen – im zarten Alter von 13 Jahren. Gegen die Leichtigkeit im Sattel des für den PSV Kördorf reitenden Teenagers waren gestandene Turnierreiter selbst in den anspruchsvollsten Prüfungen chancenlos. Mit vier Sekunden Vorsprung führte sie „Cordetto“ im abschließenden M-Springen zum Sieg. Schnell, fehlerfrei und nervenstark, hatte Naomi Himmelreich das Springen doch mit einer Aufgabe eröffnet. „Das war mein Fehler“, sagte die 13-Jährige selbstkritisch zum missglückten Ritt auf „Vino v’tKosterhof“, mit dem sie zuvor ein L-Springen gewonnen hatte.

Ein Pferd mit einer Geschichte, die man in diesen Zeiten nicht erfinden kann. Kurz nachdem er einen Virus so eben überlebt hatte, ritt der Wallach mit Armin Himmelreich zum Sieg in Groß-Zimmern – beim letzten Reitturnier vor dem ersten Corona-Lockdown im März. „Ich war genauso in dem Alter, nur dass meine Eltern nicht für so optimale Voraussetzungen gesorgt haben“, sagt der Vater mit augenzwinkerndem, aber stolzem Blick auf seine Tochter, die gerade in den Bundeskader berufen wurden. Womit sie ebenso in der zweiten großen Corona-Pause Turniersport betreiben darf wie ihre Eltern, die Berufsreiter sind. Denn Profisport bleibt ja erlaubt, und unter diesem Etikett plant Stefan Schäfer in Kranichstein auch im November Turniere – Genehmigung vorausgesetzt. „Wir sind mehr als dankbar für das, was die Veranstalter hier machen“, sagt Armin Himmelreich, der mehrfach in diesem Jahr von seinem Zucht- und Ausbildungsbetrieb nahe Limburg nach Darmstadt fuhr.

„Wir sind froh, dass wir in unserer Nachbarschaft beständig Turniere hatten“, sagt auch Volker Brodhecker, der es vom heimischen Burghof in Wolfskehlen nicht ganz so weit hatte und mit seinen Söhnen gerade die jüngsten Angebote sehr gerne nutzte: „Wir haben viele junge Pferde, die wir an den Turniersport heranführen.“ Zum Beispiel der junge „Cascais“, auf dem auch Hoffnungen als Zuchthengst ruhen und dessen sportliche Klasse Philipp Brodhecker mit einem Sieg in einem L-Springen demonstrierte.

Volker Brodhecker blickt aber auch mit etwas Sorge auf die Corona-Folgen im Turniersport. Die Reitfamilie hat mit drei Turnieren auf dem eigenen Hof versucht, dem Trend entgegenzuwirken, aber fest steht für ihn: „Die kleineren Turniere, wo die Mamas und Vereinsmitglieder den Kuchen backen, die sterben so ein bisschen.“ Denn Corona verlangt viel ab, was nur wenige Veranstalter so professionell leisten können wie in Kranichstein.

Weitere südhessische Sieger in Kranichstein: M*-Springen: Philipp Konrad (RFV Weiterstadt) auf Carslon, Elias Hohler (RFV Viernheim) auf Corsino (Stilspringprüfung); L-Springen: Lea Koob (TSV Wald-Michelbach) auf Coco Jambo; A**-Springen: Annie Neumann (RFV Schwanheim) auf Caja, Francesa Pauli (RG Bensheim) auf Lantina, Marie Knieß (RFV Modautal) auf It’s Libby.

Coronavirus: Nachwuchs-Veranstaltungen im November verschoben

Bundesnachwuchschampionat der Pony-Dressurreiter soll im Dezember stattfinden

Warendorf (fn-press). Die aktuelle Lage und die neuen Beschlüsse der Bundesregierung sorgen für einige Turnierabsagen und –verschiebungen. Das betrifft auch wichtige Nachwuchsveranstaltungen in Deutschland.

Das Bundesnachwuchs-Championat der Pony-Dressurreiter soll verschoben werden. Am eigentlichen Termin im November in Darmstadt können die Veranstalter nicht festhalten und bemühen sich jetzt um eine Genehmigung für den 11. bis 13. Dezember 2020.

Kranichstein-Events stellt Turniere im November um

Das Team um Andreas Wendenburg erklärt die Gründe der Verschiebung der ursprünglich für November geplanten Turniere. „Aufgrund der neuen Vorgaben der Politik und des Ausschlusses der Amateure bis mindestens Ende November waren wir gezwungen unsere bestehenden Ausschreibungen kurzfristig zu überarbeiten. Aus diesem Grund haben wir unser ursprünglich geplantes Turnier vom 13.-15.11. jetzt um einen Tag reduziert und das gestraffte Programm nun nur für Berufs- und Kaderreiter ausgeschrieben. Das geplante Dressurturnier mit dem Finale zum Bundesnachwuchschampionat der Ponyreiter haben wir nun auf den 11.-13.12.20 verschoben. Dafür werden wir am 20.-21.11.20 noch ein weiteres Turnier mit Springpferdeprüfungen und Prüfungen bis hin zur Klasse S* ausschreiben.“

Der Organisator von Kranichstein-Events will auch dem großen Wunsch vieler seiner Reiterkollegen entgegenkommen, diese Turniere anzubieten. „Es geht unter anderem darum, den Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten. Dazu zählt auch, die Pferde unter Turnierbedingungen zu reiten.